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Guter Beitrag? 

TEST

Dante's Inferno

Babys haben Klingen anstelle von Armen und schieben sich aus den vernarbten Brüsten nackter Riesengöttinnen. Ein augenloses Monstrum, das seine Opfer auf Zahnräder spießt – der nackten Beschreibung nach wirkt die Action-Schnetzelei »Dante’s Inferno« krank und höllisch, und das zu Recht, denn genau dort spielt sie – im Schlund der Hölle. Und da sowas kein Spaziergang ist, begleitet uns Lesertester Ingo Papenfuß im Kampf durch den Orkus. Kurze Sequenzen erklären zu Beginn und zwischendurch, mal in Render- und Comicgrafik, worum es eigentlich geht. Im 12. Jahrhundert toben die Kreuzzüge im Heiligen Land. Christliche Ritter morden, rauben, vergewaltigen. Darunter: Gotteskrieger Dante, der in der Hafenstadt Akkos heimtückisch erdolcht wird. Im Kampf mit dem Tod höchstpersönlich besiegt er diesen und nimmt ihm seine Sense ab. Aber die Hölle fordert Tribut: Luzifer ermordet Dantes Geliebte Beatrice und entführt ihre Seele. Der Held eilt zur Rettung und steigt dazu hinab in die Totenwelt.
Hier wollen unzählige Kreaturen bekämpft werden. Der Kampfstil? Nahezu identisch mit dem von Held Kratos aus »God of War«: Dreieck für den schweren Schlag, Quadrat für den leichten. »Mit Ausnahme der Zauberei ist wirklich jede Aktion und jede Kombo übernommen«, sagt Lesertester Ingo. »Durchaus kein Nachteil.« So kann Dante seine Sense, die einzige, dafür aufrüstbare Waffe im Spiel, wild durch die Gegner wirbeln, sie in die Höhe schnalzen und mit Druck auf die Kreis- und die linken Schultertasten magische Fähigkeiten bemühen. Etwa leuchtende Kreuze verschießen und einen Wirbelwind entfachen. Solche Fähigkeiten werden mit Erfahrungspunkten erkauft, die sich wiederum in einem Fertigkeitsbaum einlösen lassen. Interessant: Nicht immer muss man töten. Manche Kreaturen kann Dante »erlösen« oder für ihre Taten bestrafen. Je nach Zahl der Absolutionen oder Bestrafungen stehen mehr gute oder böse Fähigkeiten zur Verfügung. Welchen Weg man wählt, hat leider kaum Auswirkung. Schade. Auch gefundene Relikte, etwa das Schild des Kriegers Antonius oder ein abgeschnittenes Ohr, lassen zwar härtere Schläge austeilen oder mehr Schaden einstecken – in der Praxis bemerkt man das jedoch kaum. Ebenso die Zauberkräfte. Sie sind vorhanden, aber nur selten zu gebrauchen.



Die Kämpfe gehen dennoch zackig vorwärts, machen richtig Tempo. Spätestens wenn einem dutzende hässliche Dämonen, ausgemergelte Verdammte, schleimige Würmer und fette Kreaturen mit Mündern statt Händen umzingeln, zeigt das Spiel seine Stärken. Und dabei geht’s nicht zimperlich zu. »Nichts für schwache Gemüter«, meint dazu unser Lesertester. »Mit seiner Todessense zerhackt Dante alles, was ihm in die Quere kommt und macht dabei auch vor Kleinkindern oder Riesentitten keinen Halt.« Es spritzt kräftig Blut, am laufenden Band werden Leiber zerteilt. Dazu das Geräusch von reißendem Fleisch und orchestrale Klänge. Übertrieben, aber passend zur düsteren Welt. Attribute, die auch für die Zwischen- und Endgegner, wie den dreiköpfigen Cerberus, der in Gestalt einer wurmartigen Schleimbestie daherkommt, zutreffen. Oder den augenlosen und hundert Meter hohen König Minos, der einen mit seinem üblen Mundgeruch traktiert. Herrlich! Taktik? Draufschlagen.



Unterbrochen wird die Kämpferei jäh von leidigen Kletter- und Hüpfeinlagen, die ebenso wie einige Schalterrätsel langweilig und deplatziert wirken. Verschmerzbar ist das dennoch, da sich in solchen Momenten die Gelegenheit bietet, die grandiosen Kulissen zu bestaunen. Als Grundlage für das Drumherum dient die »Göttliche Komödie«, in der Dichter Dante Alighieri um 1307 seine grausige Vorstellung des Schattenreichs wiedergibt. Ergo geht es anfangs durch kathedrales Mauerwerk und industrielle Vernichtungsmaschinerien, später dann durch verwesende Höhlen aus Fleisch und Gedärm, wo Maden und Blutegel an Körpern von Sündern saugen. »Schreckliche Skulpturen, Untote greifen nach dir, Menschen werden gefoltert und gequält. Stimmungsvoll!«, urteilt Ingo. Wohl wahr. Nur schade, dass »Dante´s Inferno« auf tiefer greifende Erklärungen verzichtet. Wie sind christliche Mythologie und Höllenkreise verknüpft, was hat es mit den Flüssen auf sich; und warum um Gottes Willen muss ich Babys töten? All diese Facetten sind in Dante Alighieris Originalwerk durchaus erklärt, aber halt nicht im Spiel, in der Regel nicht einmal durch Freispiel-Texte oder sonstige Ideen. Schade auch, dass sich viele Abschnitte oft endlos hinziehen; und dass einige Effekte und Texturen technisch schwach wirken. Da sehen Flammen schon mal aus wie auf Papier gezeichnet oder Lavaströme wie gelbes Wasser. Anders die Ladezeiten: Die werden gekonnt mit Zwischensequenzen kaschiert. Und wenn man mal stirbt, geht’s sofort an einem der fair verteilten Checkpoints weiter.

Summa summarum macht das Game also nicht alles richtig, aber doch vieles. Vor allem die Atmosphäre kettet dich rund acht bis zehn Stunden an die Konsole. Ein guter »God of War«-Klon, nur dass er im Gesamtgefüge gesehen weniger schlüssig und harmonisch rüberkommt. Insgesamt hätten wir den »Dead Space«-Machern jedoch mehr zugetraut.
Michael Förtsch

KOMMENTARE:

plush
Ich muss leider sagen ich habe mehr erwartet. Man hätte mehr aus den einzelnen Bereiche (Völlerei, Habgier, Lust...) machen können! Ein Bereich hat kaum angefangen und schon kommt der nächste, bzw. schon ein Endgegner. Dadurch wirkt das ganze etwas aufgesetzt und man kann gar nicht richtig in der Story bzw. in die einzelnen Bereiche einsinken...
(07.02.10 09:49 Uhr)
information

WERTUNG

gamesTM sagt:
Grafik

Großartige Kulissen, maue Effekte, teils Matschtexturen

7
Sound

Orchestraler Klang, pumpender Sound

8
Steuerung

Zackig, schnell erlernt, super!

9

URTEIL 7.9/10

Leserwertung:
Grafik 7
Sound 8
Steuerung 8

URTEIL 7.9/10

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DETAILS

Format:

PS3

WertungsBild:

EAN:

Beschreibung:

Auch auf:

Xbox 360, PSP

Herkunft:

USA

Publisher:

Electronic Arts

Entwickler:

Visceral Games

Preis:

ab 60 Euro

Erscheint:

4. Februar 2010

Genre:

Action-Abenteuer

Spieler:

1

Online:

Ja

USK-Freigabe:

ab 18 Jahren

FAQ

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