
Es ist ein schönes Gefühl immer seine eigene Musik dabei zu haben. Jederzeit die neuesten Alben seiner Lieblingsbands hören zu können, gehört in der heutigen Zeit zum Leben irgendwie dazu. Doch die CDs werden ständig teurer, während gleichzeitig immer mehr Musik produziert wird, die man haben möchte. Internetpiraterie breitete sich aus diesem Grund aus, wie ein Kavaliersdelikt. Doch egal, was man von den momentanen Veränderungen im Urheberrecht hält, den Kopierschutz knacken nur Menschen, die die Zusammenhänge nicht richtig verstehen.
Der Kopierschutz soll verhindern, dass illegale Kopien einer CD gemacht und verbreitet werden. Dass die Plattenlabel damit eigentlich gegen die Verfassung verstoßen, wurde von den Gerichten und den Gesetzgebern bisher erfolgreich ignoriert. Jedem ist es gestattet, eine Sicherungskopie der eigenen Musik CDs zu erstellen. Die Umgehung eines Kopierschutzes ist allerdings verboten. Man macht sich also strafbar, wenn man den Kopierschutz knacken kann. Und es bringt einem erst einmal nichts. Denn die CD wurde schon bezahlt, sein Geld erhält man nicht zurück. Stattdessen kann man die Kopie online zur Verfügung stellen und zieht als Uploader die Aufmerksamkeit der Staatsgewalt auf sich.
Aus demonstrativen Gründen lohnt es sich ebenfalls nicht, den Kopierschutz zu knacken, denn wenn man die eigentlich legale Sicherungskopie für sich selbst macht, wird nie jemand davon erfahren. Die einzige Möglichkeit gegen die verfassungswidrigen Vorgehensweisen der Musikindustrie vorzugehen ist, keine kopiergeschützten CDs zu kaufen. Dann aber wird bald nur noch die Musik produziert, die den Menschen gefällt, die bereit sind, auch für geschützte CDs Geld zu bezahlen. Die Auswahl an guter Musik wird also geringer werden, ungeachtet dessen, ob die Reform der Urheberrechte das kostenlose Verteilen von Musik erfolgreich einschränken kann oder nicht. Indem man den Kopierschutz knackt, erreicht man also nichts, was man nicht auch vorher schon erreicht hätte. Heute ein gutes Lied und in Zukunft eine schmalere Auswahl. Dafür lohnt es sich nicht, sich strafbar zu machen.
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